Feng Shui Classic

Fliegende Sterne, Deklination und Jahressterne

Was die „Fliegenden Sterne“ sind, das wissen Sie inzwischen. Über die Deklination und ihre Auswirkung auf eine Feng Shui Auswertung habe ich auch schon einiges geschrieben. Vor wenigen Wochen erzählte ich etwas zu den aktuellen Jahressternen 2013. So weit, so gut, doch ein Beitrag über alle drei Begriffe zusammen, der fehlt noch.

Auf die Idee bin ich durch die Diskussion in einem Fachforum gekommen. Eine Teilnehmerin stellte die Frage, wie die Jahressterne ausgewertet werden, wenn bei einem Haus die Deklination zu berücksichtigen ist. Werden Sie entsprechend der korrigierten Ausrichtung nach der Bauperiode oder so, wie der Kompass heute zeigt, zugeordnet? Eine spannende Frage, die ich gerne etwas näher erläutern möchte.

Am besten funktioniert es an einem Beispiel.

Nehmen wir ein Haus in Berlin aus dem Jahr 1965. Heute messen wir seine Blickrichtung mit 21°, was N3 entspricht. Die Gradzahl liegt sehr nah an der Grenze zum Nordosten, sodass es sich lohnt, nach der Deklination zu schauen.

Für Berlin erhalten wir für heute den Deklinationswert von 2°58’ Ost. Im Jahr 1965 betrug die Deklination 1°22’ West. Das bedeutet, in den 48 Jahren ist der magnetische Nordpol insgesamt 4°20’ gewandert. Wir betrachten aber die Bewegung „heute zu damals“, d.h. heute Ost, damals West. Hätten wir also im Baujahr an dem Haus die Blickrichtung gemessen, dann hätten wir 25°20’ theoretisch, praktisch wahrscheinlich 25° abgelesen. Wer an dieser Stelle nicht ganz folgen kann, der möge bitte im Profitipp „Deklination“ auf der Seite 17 schauen.  Diese Ausrichtung bedeutet NO1. Schauen wir uns zuerst an, welche Verschiebung in der Aufteilung des Grundrisses diese Differenz ergibt:

fliegende sterne_deklination

 

Das rote Raster entspricht der Ausrichtung 25°, das heißt nach Berücksichtigung der Deklination. In Blau sehen Sie die Aufteilung entsprechend der heutigen Messung ohne Berücksichtigung der Deklinationsdifferenz.

Diese Verschiebung macht nicht sehr viel aus, wenn es um die Zuordnung der Paläste zu den Räumen geht. Deshalb macht es auch zuerst kaum Unterschied, welche Aufteilung man für die Jahressterne nimmt. Theoretisch müsste man die Jahressterne der Grundrissaufteilung nach der heutigen Messung zuordnen, weil die Jahressterne heute und nicht in der Vergangenheit wirken. Praktisch, wie gesagt, macht es aber keinen Unterschied.

Wichtig und entscheidend bleibt dagegen, mit welchen Sternenkombinationen die Jahressterne in Verbindung gebracht werden. Wenn wir davon ausgehen, dass die Fliegenden Sterne im Haus zum Zeitpunkt des Baujahres „gespeichert“ bleiben, dann muss auch das Diagramm zur Ausrichtung von damals genommen werden. Das sieht in unserem Beispiel wie folgt aus:

fliegende sterne_mit deklinatio

Die Zahlen in Rot in jedem Palast stehen für die jeweilige Jahressterne 2013.

Würde man die Deklination außer Acht lassen, dann wäre es ein Haus mit N1 als Blickrichtung und damit hätten wir auch ganz andere Sternenkombinationen erhalten. Die Jahressterne hätten dann auch in jedem Palast anders interagiert.

Was ist richtig, was ist falsch? Das ist eine gute Frage, die ich sicher nicht allgemeingültig beantworten kann. Ich habe mich aufgrund meiner Erfahrung überzeugt, dass die Berücksichtigung der Deklination zu einer korrekten Auswertung dazugehört.

Das vorgestellte Beispiel könnte noch spannender werden, wenn wir die Ersatzsterne in die Waagschale werfen. Die Ausrichtung des Hauses, ob mit oder ohne Berücksichtigung der Deklination liegt in jedem Fall in der „Tabuzone“ und wäre ein Kandidat für die Ersatzsterne. Damit hätten wir vier Diagramme zur Auswahl. Nun diese Frage wollen wir heute nicht weiter vertiefen, sondern auf einen weiteren Beitrag vertagen.

 

20.02.2013     Kommentare deaktiviert für Fliegende Sterne, Deklination und Jahressterne     , , ,